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Resümee Technik

Resümee Technik

5130 Kilometer ohne Probleme

Die Tour ist Geschichte, da bleibt mir eigentlich nur noch eine Resümee zu ziehen. Bevor ich mich mit dem Punkt Technik auseinandersetze, möchte ich mich noch einmal bei allen Spendern bedanken. Fast alle Zusagen wurden mittlerweile eingelöst – ein großer Erfolg für die gute Sache. Toll habe ich auch euer riesiges Engagement beim Spendenradeln gefunden. Die erforderlichen 5.000 Kilometer wurden mehrfach eingefahren: Ihr habt bei 282 Touren insgesamt 16.196 km in 772 Stunden mit über 100.000 Höhenmetern auf das Gruppetto Konto gefahren! DANKE – an euch alle, damit kommen also noch einmal 5.000 Euro vom Bitterlimonadenhersteller oben drauf!

Nun aber die versprochene Technik-Besprechung.

Das CUBE Kathmandu Hybrid SL 625 hat derzeit einen Gesamtkilometerstand von 6838 km, wovon 5130 km während meiner Tour gefahren wurden. Vorab kann ich schon sagen, dass mich mein Bike während der gesamten Strecke nicht im Stich gelassen hat. Hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit gibt es dafür auf jeden Fall fünf Sterne.

Schauen wir uns jetzt die Sache einmal im Detail an. Dazu beginne ich ganz unten bei der Bereifung. Die Schwalbe Marathon Mäntel haben gehalten, was sie versprechen. Unplattbar ist nicht einfach nur ein Werbeslogan. Ich hatte bislang mit dem Rad keinen Plattfuß oder auch nur einen schleichenden Druckverlust. Selbst das Profil der Mäntel macht noch einen sehr guten Eindruck. Von Verschleiß keine Spur.

Kommen wir zum Antrieb: Die elektrischen Komponenten – also Motor und Batteriepack – haben mich während der gesamten Tour klaglos unterstützt. Das anfangs etwas störende Motorgeräusch ist im Verlauf der Strecke immer leiser geworden. Jetzt ist die Unterstützung durch den Bosch CX Gen. 4 fast geräuschlos und nach wie vor mit 85 Nm sehr performant. Auch hat die Reichweite der Batterie subjektiv betrachtet nicht nachgelassen. Im Gegenteil ist die Gesamtreichweite durch den täglich besser werdenden Trainingszustand des Piloten immer besser geworden. Positiv muss auch das während der Tour aufgespielte Softwareupdate vermerkt werden. Die „neue“ Unterstützungsstufe Tour+ macht das Fahren für einen trainierten Radler zum Vergnügen. Ein Wechsel der Unterstützung ist durch die dynamische Anpassung nahezu nicht mehr nötig. Hier muss ich Bosch doch tatsächlich einmal loben und fünf Sterne vergeben.

Nun der mechanische Teil des Antriebs, also Kettenblatt, Kette, Ritzel-Kassette und Schaltung. Vorab – keines der Teile wurde bislang erneuert. Wie ich schon in einem früheren Beitrag geschrieben habe, kann man durch ein angepasstes Schalten den Verschleiß dieser Teile drastisch reduzieren. Wichtig ist eine Entlastung des Antriebs vor dem eigentlichen Schaltvorgang. Wer diese Regel beherzigt, kann sich lange über eine wirklich präzise Schaltung erfreuen. Bis zum heutigen Tag ist meine Schaltung noch nicht gesprungen oder hat gehakt. Wenngleich der Servicetechniker mir bei der letzten Wartung am Chiemsee mit kritischem Blick auf seine Kettenlehre einen Austausch aller Komponenten empfohlen hat. Hier sollte man doch auch einmal ein „Risiko“ eingehen. Was kann schon passieren? Im schlimmsten Fall reißt die Kette. Dafür hat man immer ein entsprechendes Werkzeug und ein Reparaturglied an Bord. So ausgerüstet ist die Reparatur in kurzer Zeit vorgenommen. Ich bin allerdings trotz der mahnenden Worte des Technikers mittlerweile über 1.000 Kilometer mit der „ausgelutschten“ Kette gefahren – problemlos. Sicher werde ich auch noch ein paar Tausend Kilometer damit zurücklegen können. Da sollte man auch im Auge behalten, dass ja ein bisschen Geschäft in der Werkstatt gemacht werden muss. Selbst wenn die Schaltung einmal springen sollte, ist das Problem mit wenigen Handgriffen zu beheben. Für die Komponenten gibt es also wieder fünf Sterne, für den unnötigen Servicetipp ein lautes „Puuh“.

Schauen wir uns als nächstes den Rahmen und den Gepäckträger an. Auch hier ist alles tadellos: der Rahmen ist stabil und verwindungssteif. Der fest verbaute Gepäckträger hat ebenfalls seine Dienste gut erfüllt. Einziges Manko waren die fehlerhaft angebrachten Schutzstreifen. Durch die unvermeidliche Reibung der gut beladenen Satteltaschen, wurde die Lackierung an den Auflagestellen stark in Mitleidenschaft gezogen. Gut – hier liegt das Problem aber letztendlich bei dem ausliefernden Händler. In meinem Fall waren die Schutzstreifen nur beigelegt und mussten von mir selbst angebracht werden. Aufgrund meiner mangelnden Erfahrung habe ich hier nicht immer die richtigen Stellen geschützt. Daraus folgt, dass die Komponenten die verdienten fünf Sterne erhalten, der Cube Store am Chiemsee aber schon wieder ein ordentlich lautes „Puuh“.

Kommen wir zur Federung. An der Vorderachse ist dies ja werkseitig durch die RockShox Federgabel bravourös gelöst. Die original Federung der Sattelstütze habe ich ja mit Unterstützung von Markus Schulz durch eine G.2 LT Parallelogramm-Federsattelstütze ersetzt. Ein guter Tausch – meine Bandscheiben haben es mir gedankt. Die by,schulz in Verbindung mit einem SQLab-Sattel (passend auf die Sitzknochen vermessen) haben auch lange Strecken auf holperigen Pisten zum Vergnügen gemacht. Da die LT bis 5 cm einfedern kann, werden alle Schläge auf die Wirbelsäule geschluckt. Damit sind selbst die alten Hansestraßen mit schlecht verlegtem Kopfsteinpflaster zu bewältigen.

Und jetzt noch der ganze Kleinkram, der das Leben des Grenzradlers erleichtern soll. Vorbau und Lenker sind beim Cube optimal gelöst. Beide Komponenten lassen sich prima auf die Maße des Piloten anpassen. Damit ist eine optimale Sitzhaltung möglich. Dafür fünf Sterne.

Hydraulik Scheibenbremsen von Shimano haben jederzeit mein Rad (mit Fahrer und Gepäck fast 150 kg schwer) zum Stehen gebracht. Einzig die Beläge wurden nach etwa 5.000 km Laufleistung gewechselt. Da ich jetzt keine Originalbeläge verbaut habe, hört man die Bremse leider bei jeder Betätigung. Hier wird wohl bald ein weiterer Austausch fällig. Die alte „Bauer“nweisheit wird wieder wahr: „Wer billig kauft, kauft zweimal“.

Die einseitigen Shimano Klickpedale haben sich ebenfalls bewährt. Ich habe damit während der gesamten Tour immer die korrekte Fußstellung erzwungen und dadurch keine Probleme mit meinen Gelenken bekommen. Kurze Strecken in normalen Schuhen konnten mit der flachen Seite problemlos bewältigt werden. Die Einstellung der Pedale war gut, so dass ich meine Füße auch jederzeit rechtzeitig aus der Befestigung lösen konnte. Unschöne Stürze wurden damit vermieden, klar hierfür fünf Sterne.

Die Beleuchtung des Kathmandu ist prima. Da ich aber im Sommer nur ganz wenige Nachtfahrten gemacht habe, will ich hierzu noch keine abschließende Bewertung abgeben.

Bleibt noch vom Elend mit dem Bosch Steuergerät Nyon zu berichten. Eigentlich war ich damit bedingt zufrieden und es hätte mich sicher während der gesamten Tour begleitet, wäre da nicht der Absturz des Gerätes gewesen. Leider ist hierdurch ein Stück Glas entzwei gegangen. Für Bosch eine Lappalie, die zu ersetzen nicht vorgesehen ist. Für den Grenzradler allerdings eine lebensnotwendige Komponente, ohne die er aufgeschmissen ist. Nun gut, letztendlich habe ich einen Cobi Smartphone Hub installiert. Die deutlich intelligentere Lösung, wenngleich ein paar Ungereimtheiten in der App sind, die dringend verbessert werden sollten. Hier besteht allerdings wenig Hoffnung, da Bosch Cobi aufgekauft hat (wie man das mit lästigen Konkurrenten halt so macht). Zumal Bosch wieder einmal mit der neuen 2022 E-Bike Serie alle Regeln in Sachen Kompatibilität außer Acht gelassen hat. Damit verstehen sich die 21er Modelle nicht mehr mit den neuen 22er Modellen. Ja wer es sich leisten kann – was ist schon ein Kunde in diesen Zeiten. Verkaufszahlen schießen durch die Decke – Corona machts möglich. Dafür ein ganz lautes „PUUH“!

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