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25. Etappe von Burg auf Fehmarn nach Lübeck

25. Etappe von Burg auf Fehmarn nach Lübeck

In Lübeck ist der Teufel klug

Für die 100 Kilometer habe ich den Tag heute etwas früher gestartet. Grund war die Wettervorhersage von Komoot. Da wurde mir prophezeit, dass ich im Trockenen fahren kann, wenn ich bis spätestens 8.30 Uhr gestartet bin. Und was soll ich sagen, ich bin rechtzeitig los und habe keinen Tropfen Regen abbekommen. Wenn auch der Himmel völlig verhangen und die Temperaturen eher im unangenehmen Bereich waren.

Also los und wieder über meine Lieblingsbrücke. Heute früh war ich da aber ganz alleine und ohne Gegenverkehr kam mir die Überquerung gar nicht mehr schlimm vor. Vielleicht versuche ich mich beim nächsten Mal als Bergsteiger – jetzt wo große Höhen mir nix mehr ausmachen.

Und dann sehe ich zur frühen Stunde wirklich viele Tiere. Kaninchen ohne Ende und im Kornfeld ein Reh. Leider hat es mich auch entdeckt und ist ängstlich weggelaufen. Daher sieht man das Tier auf dem Foto nur noch als kleinen Fleck – schade.

An der Küste ist es wieder zum Haare raufen. Mein orangener Windstopper scheint für die Rapskäfer eine magische Anziehung zu haben. Als ich kurz für ein Foto stehen bleibe, bin ich sofort übersäht mit den Tierchen. Natürlich auch wieder auf dem Kopf – also Helm ab und Kopf schütteln.

Dann sind die ordentlich aufgereihten und vergitterten Strandkörbe auch immer wieder ein Grund zum Haare raufen. Nun ja, wem’s gefällt. In Scharbeutz darf ich dann auch noch was lernen. Da schreit mir jemand aus dem Auto zu „Hier ist Radwegbenutzungspflicht!“. Aha, ist mir neu, dass es so was überhaupt gibt. Den Radweg habe ich auch als Ortsfremder gar nicht ausmachen können und in der Straße war ohnehin Tempo 20 – so schnell fahr ich allemal.

Dann darf ich noch Zeuge beim Eindecken eines Reetdaches werden. Es gibt sie also noch, die Dachdecker, die das können. Manchmal denke ich, so eine Radtour ist ein bisschen wie die Walz der Gesellen. Da lernt man alles Mögliche über die unterschiedlichen Dachformen. Ich kann jetzt sogar den Unterschied zwischen Friesischen und Holsteiner Reetdächern erkennen. Es ist der First: Der ist bei den Holsteinern nochmals mit Holzkreuzen gesichert.

Und jetzt erreiche ich endlich Lübeck. Was ich sofort sehe ist, dass ein Tag überhaupt niemals reichen kann. Ich wohne in einem schönen Hotel auf der Altstadt-Insel. Die freundliche Dame am Empfang gibt mir gerne Auskunft zu den sieben Türmen, der reichen Hanse und den vielen Kirchen mit Holsten-Tor.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, warum der Teufel hier nicht blöd ist. Nun, die Geschichte hab ich euch fotografiert. Besser kann ich sie auch nicht wiedergeben.

Der Teufel von Lübeck

Inschrift an der Kirche

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