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16. Etappe: Stade – Hamburg

16. Etappe: Stade – Hamburg

Sauwetter

Gestern hat der Tag dann doch noch ein versöhnliches Ende genommen. Die Sonne schien, der Stader Fischmarkt war gut besucht, das thailändische Curry schmeckte einfach toll und dann kam auch noch das 18.00 Uhr Konzert. Diese schöne Geschichte hat der junge Mann von der Hotelrezeption (Hotel Am Fischmarkt, Stade, sehr zu empfehlen) mir bei meiner Ankunft gleich erzählt. Seit Ausbruch der Pandemie gibt es jeden Abend nach dem 6 Uhr Geläut ein Trompetenständchen. Der unbekannte Musikant spielt die Europahymne „Ode an die Freude“ aus Beethovens neunter Sinfonie. Das besondere daran ist wohl, dass der Interpret beim ersten Auftritt auch das Instrument zum ersten Mal in Händen hielt. Aber fleißiges Üben seit nunmehr über einem Jahr hat Spuren hinterlassen. Ich habe das Thema zumindest sofort erkennen können.

Nix los – Regen ohne Ende

Leider hat es in der Nacht wieder zu regnen angefangen. Und das waren auch ergiebige Mengen – gut für die Landwirtschaft, schlecht für den Radler. Eigentlich wollte ich früh los um Hamburg ganz in Ruhe zu erkunden. Aber bei den Niederschlagsmengen war an einen Start nicht zu denken. Laut Wetter App sollte es aber um 11 Uhr besser werden. In der Tat wurde aus dem Land- ein Nieselregen. Mit dem richtigen Regenschutz also gar kein Grund länger zu warten.

Und wirklich, während der Fährfahrt über die Elbe von Grünendeich nach Wedel hat der Regen ganz aufgehört. Was macht der Optimist? Natürlich zieht er die leichte Windjacke an und packt das Regenzeug weg. Das war bei 14 Grad Lufttemperatur vielleicht etwas zu optimistisch – aber was soll’s, sind ja nur noch 30 km.

Die Einfahrt nach Hamburg macht wirklich Spaß, da gibt es viele schöne Häuser an der Elbe zu bewundern. Sprachlos macht mich dann die Fahrt durch die Elbchaussee. Hier stehen wahre Paläste, nach Möglichkeit vor unbefugten Blicken geschützt. Der Wohlstand ist in Deutschland doch ganz offensichtlich sehr ungleichmäßig verteilt. Aber keinen Neid, die Leute denen so was gehört, haben sicher auch viel dafür gearbeitet.

Jetzt noch zu den Landungsbrücken, der Elbphilharmonie, der Speicherstadt, quasi Hamburg im Schnelldurchlauf auf dem Rad. Viel Zeit bleibt mir ja nicht, nachdem ich so spät gestartet bin. Auf dem Weg zum Hotel setzt dann wieder leichter Sprühregen ein. Jetzt noch mal in die Regenklamotten möchte ich aber nicht, die paar Kilometer wird es auch so gehen – dachte ich. Weit gefehlt, am Hotel angekommen hinterlasse ich ein Pfütze vor der Rezeption. Gut, dass ich heute in einem tollen Hotel (Alsterkrug) untergebracht bin. Da habe ich Platz genug, meine nassen Kleider zum Trocknen auszubreiten und kann erst einmal heiß duschen. Den Saunagang schaff ich leider nicht mehr, sonst gäbe es heute keinen Blogeintrag.

Nach einem heißen Kaffee, sieht die Welt schon wieder besser aus. Eine kurze Prüfung meiner Ausstattung zeigt, die Ortlieb-Taschen haben dicht gehalten. Der Inhalt kann problemlos weiter benutzt werden, so soll das sein. Meine Erfindung mit dem Handschuh auf dem Nyon hat auch funktioniert. Auf Dauer muss hier allerdings eine andere Lösung her. Ich glaube, dass ich morgen mal ein Nagelstudio aufsuche. Wenn das mit dem Versiegeln des Nyons nicht klappt, habe ich dann nachher vielleicht bunte Fingernägel.

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