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23. Etappe von Kappeln nach Kiel

23. Etappe von Kappeln nach Kiel

Musste dringend noch zum Landarzt

Nachdem ich gestern Abend bei einer schönen Fischplatte das letzte Spiel der National-Elf während dieser EM genießen durfte, konnte ich mich ganz in Ruhe mit der Route für den heutigen Tag auseinandersetzen. Und siehe da, ich habe ein paar Dinge erfahren, die mich zu einer neuen Planung veranlasst haben.

Zunächst werde ich die Schlei entlang fahren, um erst einmal der kleinsten Stadt Deutschlands meine Aufwartung zu machen. Arnis ist eine Stadt mit weniger als 300 Einwohnern und nur 0,45 km2  Fläche. Somit ist diese Stadt sowohl von der Einwohnerzahl als auch von der Ausdehnung die kleinste in Deutschland.

Fährhaus Arnis

1667 haben sich 65 Familien aus Kappeln hier niedergelassen, weil sie sich nicht zu Leibeigenen machen lassen wollten. Es ist bis heute ein malerischer Flecken mit eigener Fährverbindung zur gegenüberliegenden Förde-Seite. Übrigens gibt es kleinliche Menschen, die behaupten, die Schlei sei keine Förde – aber so tief geh ich nicht darauf ein. Festzuhalten ist, dass das deutsche Wort Förde in skandinavischen Sprachen mit Fjord zu übersetzen wäre. Man macht erdgeschichtlich allerdings eine Unterscheidung, ob der Eiszeit-Gletscher die Rinne gedrückt oder geschoben hat. Aber das nur nebenbei.

Weiter geht es nach Lindauhof. Freunde der Serie „Der Landarzt“ haben den Schauplatz sicher gleich erkannt. Ich muss gestehen, nicht eine Folge gesehen zu haben. Wollte aber trotzdem mal vorbeischauen. Leider öffnet das Café erst um 11 Uhr – da bin ich noch zu früh.

Denkmalgeschützte Brücke

So ländlich ich es hier auch gar nicht. Immerhin gibt es einen Bahnhof mit regelmäßiger Zugverbindung nach Flensburg in die eine und Schleswig in die andere Richtung. Eine bewegliche Brücke mit Denkmalschutz, die aber trotzdem gerade durch ein neues Bauwerk ersetzt wird. Keine Ahnung, was mit der alten passiert.

Die nächste Station ist Eckernförde. Ein schönes Städtchen mit nettem Hafen und schönen weißen Sandstränden. Wäre die Sonne am Himmel, könnte ich mir eine kleine Strandpause ganz gut vorstellen.

Möwen lieben Eis

Nachdem ich die Steilküste verpasst habe, also einfach nicht dran gedacht habe abzubiegen, mache ich wenigstens einen kleinen Abstecher nach Strande. Hier ist der Ortsname Programm – ein wirklich schöner Sandstrand mit einer Parkuhr für den Strandbesuch. Dort kauft man ein Ticket, wenn man an den Strand möchte. Beim Eismann hat ein Kind sein Eis verloren, worüber sich die Möwe offensichtlich sehr freut.

In Kiel angekommen, beginnt ein heftiger Regen – hoffentlich ist das morgen vorbei. Morgen geht’s nach Fehmarn – gut 100 Kilometer.

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