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24. Etappe von Kiel nach Burg auf Fehmarn

24. Etappe von Kiel nach Burg auf Fehmarn

Das war nicht mein bester Tag

Über Kiel kann ich nicht viel sagen – es hat geregnet, als ich angekommen bin und bei der Abfahrt auch gleich wieder. Dementsprechend knapp ist der Stadtrundgang ausgefallen. Was ich aber gesehen habe, hat mich auch nicht wirklich motiviert mir mehr anzuschauen. Aus dem Hotel gings rechts ins Rotlichtviertel und links in die „Altstadt“. Die Gebäude dort waren etwa in meinem Alter und auch schon etwas angegammelt. Altstadt stell ich mir anders vor. Gut, es gab wohl erhebliche Bombardements auf Kiel, weshalb es wohl auch keine wirkliche Altstadt mehr gibt. Da denke ich mit Wehmut an Münster – dort war die gleiche Ausgangslage und heute ist Münster ein Schmuckstück.

Also los und auf das Fährboot, das hier wie ein Linienbus fährt. Hauptsache der Fahrplan wird eingehalten. Mein Boot ist mir dann mal vor der Nase weggefahren. Das nächste mit Ziel Mönkeberg hat mich aber mitgenommen. Gut, für mich war es kein Umweg und es gab dann auch gleich eine schöne Tankstelle, die ich für eine halbstündige Regenpause nutzen konnte.

Mit der Wetter-App kann man ja mittlerweile auf die Minute genau sehen, wann der Regen aufhört. Und tatsächlich – nach 30 Minuten gings weiter. In Probsteierhagen und in Fargau-Pratjau gab es dann noch zwei hochherrschaftliche Gebäude anzuschauen. Ich möchte weder in dem einen noch in dem anderen wohnen – denke da auch an die Heizkosten.

Dann gab es noch eine Vollsperrung auf dem Weg, die man durch einen Feldweg umgehen konnte. Hier dachte ich aber wirklich zum ersten Mal, dass ich aufpassen muss. Wenn ich hier aufs Ohr gehe, müpfele ich wahrscheinlich schon, wenn ich gefunden werde.

Dann wieder mal ein historisches Windmühlchen mitten auf dem Feld und ein modernes mitten im Mohn. Ganz ehrlich – die 100 Kilometer-Etappe und die unsichere Wetterlage machen nicht wirklich Freude. Daher kürze ich ab, wo immer es geht. Zum Schluss bleiben es immer noch 98 Kilometer und ich habe Orte wie Heiligenhafen gar nicht gesehen.

Endlich liegt die Brücke über den Fehmarn-Sund vor mir. Dort wird gebaut und die Radspur ist verdammt eng. Nicht schön, wo ich doch so gar nicht höhenfest bin. Hatte gestern schon allen Mut zusammen genommen, um bei der Einfahrt nach Kiel die Radspur auf der Hochstraße ohne Zittern zu benutzen.

Aber man ist ja hart im Nehmen und meistert auch diese Herausforderung. Zur  Belohnung scheint dann gleich mal die Sonne und mein Päckchen mit dem Smartphone Hub wartet auch schon im Hotel. Leider ist der Brief mit dem passenden Torx Bit nicht angekommen. Also muss ich mir doch eine Werkstatt suchen, die mir passendes Werkzeug zur Verfügung stellt.

Dann wird die Rundfahrt morgen etwas kürzer. Das wird meinem geschundenen Körper gut tun.

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