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28. Etappe von Rostock nach Barth

28. Etappe von Rostock nach Barth

Der Tag hat nicht gut begonnen

Als ich zum Frühstück die Lokalität wechseln musste, traf mich fast der Schlag. Hatte die Wetterprognose meines Navis mir doch einen trockenen und sonnigen Tag versprochen, zeigte sich die Realität doch sehr durchwachsen. Mit kühlen 15 Grad und einem sehr verhangenen Himmel habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet.

Daraufhin wurde die Tour um ca. 20 km gekürzt – einfach um dem Regen zu entgehen. Graal-Muritz, Neuhaus und Ahrenshoop sind kurzerhand geopfert worden. Und das, obwohl mir ein netter Verfolger bei Komoot auch noch einen guten Tipp für diesen Streckenabschnitt gegeben hat.

Ich bin also auf dem schnellsten und dementsprechend unattraktivsten Weg gen Barth geradelt. Immer an der lauten Bundesstraße entlang. Die Wende kam, als der Radweg im Nichts endete und ich gezwungen gewesen wäre auf der stark befahrenen Bundesstraße zu fahren. Kurz entschlossen bin ich dann doch lieber einen Waldweg in Richtung Klockenhagen gefahren.

Ein Glück, denn deshalb bin ich einem seltsamen Gespann begegnet. Beim Gespräch mit dem Kutscher hat sich herausgestellt, dass die Kutsche zum Bauernmuseum gehört und das Shetland-Pony nur angeschafft wurde, damit das Pferd nicht so alleine ist. Die beiden haben sich aber so angefreundet, dass das Pferd nichts mehr ohne das Pony machen darf. Also auch Kutsche ziehen. Und ganz offensichtlich macht es den beiden Tieren viel Spaß. Der Kutscher erzählt mir nämlich, dass er mit dem Gespann auch an Wettbewerben teilnimmt. Wo es ihm an Schnelligkeit fehlt, kann er alles wieder über die Geschicklichkeit der Tiere gut machen. So landet er immer im guten Mittelfeld und ist zufrieden mit der Platzierung.

In Damgarten ist eine Pause mit einem alkoholfreien Weizenbier und einem Salat angesagt. Hierbei treffe ich zwei Urlauber aus Essen, die eigens wegen der Fischbrötchen gekommen sind. Wir haben ein nettes Gespräch und verplaudern uns ein wenig. Siehe da – während wir geredet haben, haben sich alle Wolken verzogen. Also raus aus der pessimistischen Regenjacke und weiter im T-Shirt.

Die Strecke ist jetzt auch richtig schön. In Bodstedt hätte ich gerne schon wieder pausiert. Ein kleiner Hafen mit Buden und blauem Himmel. Das ist doch Urlaub pur. Der Himmel ist auch in Barth blau, zumindest heute als ich durch das Stadttor fahre.

Mich erwartet ein wunderschönes Hotel direkt im Hafen. Hier sollte man etwas länger bleiben. Jetzt freue ich mich schon auf den frischen Fisch und – man höre und staune – das Live-Konzert, das die Gemeinde Barth ab heute immer mittwochs organisiert hat.

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