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33. Etappe von Wolgast nach Ueckermünde

33. Etappe von Wolgast nach Ueckermünde

Radtouren machen Spaß

Gestern hatte ich wieder einmal ein super Hotel. Der Speicher in Wolgast ist die allererste Adresse. Super Zimmer mit bequemem Boxspring Bett. Da will man gar nicht mehr aufstehen. Und der Biergarten lässt auch keine Wünsche offen. Eine sehr resolute aber herzliche Bedienung hat mir klar gemacht, dass ich als Einzelperson bestenfalls mit an einen Tisch darf. Das hat mich natürlich sehr gefreut – war dies doch bisher strengstens verboten.

Und wie das Leben so spielt, wurde ich am Tisch eines Paares platziert. Die beiden waren auf Anhieb sehr sympathisch und auch damit einverstanden, dass ich mit ihnen den Tisch teilte. Die umfangreiche Karte hat mir wieder einmal Probleme bereitet – da sieht man vor lauter Wald die Bäume nicht. Aber mein Tischnachbar Matthias hatte einen guten Tipp parat: eine DDR Spezialität, die ich noch nie zuvor gegessen habe: Steak au four – oder wie der Saarländer sagt: Fleisch auf Fleisch. Aber es war tatsächlich sehr lecker und das lokale Bier hat auch hervorragend dazu gepasst.

Zum Schluss waren wir drei die letzten Gäste und mussten quasi aus dem Lokal komplementiert werden. Es war auch Zeit – fast 23 Uhr, da ist der Radler müde. Nach einer Nacht im absoluten Tiefschlaf war der Wecker heute früh schon störend. Ich wurde mit einem göttlichen Frühstück entschädigt.

Nach ein paar organisatorischen Dingen bin ich dann auch gegen 9:30 Uhr auf die Strecke gekommen. Diese hat sich wieder einmal als herrlich und wenig besiedelt erwiesen. Noch ein paar Blicke auf die Ostsee – lange bin ich ja nicht mehr an der Küste. Dann durch herrliche Alleen, man könnte meinen, Napoleon sei hier gewesen. Und wieder die Meere aus Weizen – unbeschreiblich schön und beruhigend. Brot wird nicht knapp.

Die Gaststätte Ramm in Anklam muss schon vor Covid19 geschlossen haben – sehr schade mit dem schönen Baum vor dem Haus. Der Marktplatz sieht dann aber deutlich belebter aus. Leider finde ich keine richtige Eisdiele. Man hat hier mehr Softeis – auch so ein Relikt aus DDR Zeiten, das mir aber nicht so schmeckt.

Also fahre ich noch das letzte Stück bis Ueckermünde. Allerdings muss ich mich zuvor noch davon überzeugen, dass die Anklamer Fähre tatsächlich nicht mehr fährt. Deshalb fällt Usedom für mich flach.

Schade – ich bin einen Monat zu früh. Die neue Elektrofähre für Personen und Räder nimmt ihren Betrieb erst im August auf. Dafür komme ich aber durch den Anklamer Stadtbruch. Eine wunderbare Naturlandschaft, die vom Menschen wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück versetzt wurde. Und das ist hervorragend gelungen. Sogar der Vogelausguck wurde von den Schwalben zum Nestbau zweckentfremdet. Und da die Tiere hier wohl nur gute Erfahrungen mit dem Menschen gemacht haben, lassen sich die Schwalben auch nicht bei der Fütterung des Nachwuchses stören.

Die letzten 10 km halten dann noch eine besondere Überraschung bereit.

Ich treffe ein nettes Zwillingspaar, das mit mir gemeinsam die letzten Kilometer zurücklegt. Es entwickelt sich ein interessantes Gespräch über das Reisen und ich erfahre, dass die beiden von Lübeck über die Ostsee nach Berlin unterwegs sind. Mit Zelt und kleinem Gepäck sind sie nun auch schon seit 9 Tagen auf dem Rad und freuen sich über den spannenden Urlaub. Toll, ich wünsche Milena und Sophia noch viele tolle Erlebnisse auf ihrer Tour und allen künftigen. Bleibt so wie ihr seid – einfach super nett.

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