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Arbeitspause in Stettin

Arbeitspause in Stettin

Manches muss getan werden

Leider müssen einige Dinge auch während einer Radtour erledigt werden und dulden keinen Aufschub. Gut, dass man heutzutage über das Internet vieles an Büro- und Organisationskram erledigen kann. Und da es heute in Stettin 32 Grad warm, mein Hotelzimmer klimatisiert und Stettin nun auch nicht meine Lieblingsstation auf der Tour ist, passt es gerade so wie es ist.

Leider hat mich gestern Abend noch eine Nachricht von Thorsten aus Steffeln (war das Ziel meiner 3. Etappe) erreicht: dort ist Weltuntergang und die Straßen können nur noch mit Booten befahren werden. Viele Häuser in der Eifel sind eingestürzt und traurigerweise hat der Starkregen etliche Menschenleben gefordert. Hier in Stettin sind 32 Grad auch durchaus nicht normal. Da wird hoffentlich vielen Menschen kurz vor der Bundestagswahl klar, das Petitessen wie geschönte Lebensläufe oder vergessene Zitate nicht wahlentscheidend sein dürfen. Vielmehr geht es doch um die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Aber das wissen die meisten Radler ohnehin.

Ich nutze daher heute mal die Zeit, eine Frage zu beantworten, die mich immer wieder erreicht: „Wie bist du mit deiner Technik zufrieden?“ lautet diese und ich kann vorab sagen, dass ich sicher mit der gleichen Ausstattung wieder starten würde.

Mein Cube Kathmandu Hybrid hat sich als allererste Wahl erwiesen. Nach mittlerweile 4000 km Laufleistung rappelt immer noch nichts an dem Bike und jeder Meter macht Spaß wie am ersten Tag. Alle verbauten Komponenten haben gehalten, was sie versprochen haben.

Die Akkuleistung ist nicht spürbar schlechter geworden, obwohl ich den Akku nicht schone und täglich durchschnittlich 80 Kilometer zurücklege. Da ich meist auf Unterstützungs-Stufe ECO unterwegs bin, sind über 100 Kilometer problemlos machbar. Der Motor hat seine anfängliche Lautstärke nicht mehr – oder ich habe mich einfach dran gewöhnt.

Bereifung und Felgen sind immer noch ohne Achter und waren auch noch nie platt. Ich fahre in erster Linie, bremse nur, wenn es trotz vorausschauender Fahrt notwendig wird, daher sind die Bremsbeläge nach 4.000 km Laufleistung auch noch tiptop.

Die Schaltung und die Kette sind auch weitestgehend verschleißfrei gelaufen. Berichte anderer Radler, dass nach wenigen Kilometern Kassetten und/oder Ketten getauscht werden mussten, kann ich nicht bestätigen. Ich fahre aber auch nicht unter Extrembedingungen und entlaste den Antrieb beim Schalten.

Meine Sattelstütze habe ich ja bereits an anderer Stelle positiv erwähnt. Gerade bei den Kopfsteinpflaster-Strecken aber auch im normalen Betrieb möchte ich auf die by,schulz GT2 LT keinesfalls verzichten. Meine Bandscheiben danken es mir. Bis jetzt hatte ich während der gesamten Fahrt keine Rückenprobleme – obwohl ich eigentlich damit gerechnet hatte.

Besser machen könnte ich jedoch die Sache mit dem SQLab Sattel. Da war ich zu sparsam und habe den viele Tausend Kilometer gelaufenen Sattel nun auf das dritte Rad geschraubt. Das war ein Fehler, da diese Teile auch der Materialermüdung unterliegen. Ich werde wohl bei nächster Gelegenheit den örtlichen Fachhändler aufsuchen und schauen, ob er einen Sattel in meiner Größe vorrätig hat.

Noch ein kleiner Kritikpunkt befasst sich mit der Befestigung der Satteltaschen. Die Ortlieb sind zwar wirklich wasserdicht und auch vom Fassungsvermögen genau richtig, aber ohne zusätzliche Sicherung durch einen Expander ist die ganze Konstruktion sehr fragil und nicht besonders vertrauenserweckend.

Ein Kritikpunkt bleibt mir aber zum Schluss: das Bosch Nyon. Wie ich ja schon berichtet habe, ist mir das Teil versehentlich zu Boden gefallen. Die Frontscheibe ist dabei kaputt gegangen und damit war es auch nicht mehr wasserdicht. Auf freundliche Nachfrage bei Bosch, in der ich um Hilfe für meine Tour gebeten habe, habe ich folgende Antwort (Originalzitat) erhalten:

„Die Displayscheibe des Nyon MY21 ist nicht einzeln erhältlich. Wir bieten keine Reparaturen oder separaten Ersatzteile an. Liegt ein Defekt am Display vor und kann damit nicht mehr verwendet werden, so muss dieses ersetzt werden. Für die Bestellung eines neuen Displays wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Fachhändler.

Mit freundlichen Grüßen

C… H… *)

Bosch eBike Service Team“

Gerade wo wir Radler doch Vorbilder in Sachen Nachhaltigkeit sind, sollte Bosch hierüber auch einmal ein paar Gedanken verschwenden. Die Wegwerfgesellschaft trägt einen großen Teil zur Klimaveränderung bei – also nicht nur große Worte, liebe Firma Bosch – auch Taten sollten folgen. Gut, das Gerät ist ja nicht einmal lieferbar, vielleicht ist das der Beitrag zur Nachhaltigkeit.

*) Name unkenntlich gemacht, da ich niemanden persönlich schaden möchte!

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