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14. Etappe: Bremerhaven – Cuxhaven

14. Etappe: Bremerhaven – Cuxhaven

Dunkle Wolken ziehen auf

Frisch gestärkt und gut erholt will ich mich auf den Weg in Richtung Cuxhaven machen. Nach einem kurzen Klön mit der netten Dame, die mir gestern freundlicherweise die Wäsche gemacht hat, starte ich in Richtung Hafen. Da liegen zwei schwimmende Bettenburgen unter dunklen Wolken. Die Pandemie hat dieser Branche übel mitgespielt, daher wohl die dunklen Wolken. Die Abgase der beiden Riesen können es auf jeden Fall nicht sein, die Motoren laufen nicht.

Gleich daneben komme ich zum nächsten Verlierer der Seuche. Im Containerhafen stehen die meisten Riesengeräte still – und das liegt sicher nicht am Wochentag Samstag. Wenn ich mir diese riesigen Anlagen anschaue, denke ich sofort an den Song von Wolfgang Ambros, der Berg: „Watzmann, Watzmann, Schicksalsberg, du bist so groß und ich nur ein Zwerg“. Nun ja, die „Bauer“nweisheit des Tages liegt nahe: „Money makes the world go round“.

Nun geht es wieder eine ganze Zeit vor, neben und auf dem Deich. Die Windkraftanlagen stehen in Reihe wie die Soldaten und arbeiten fleißig. Natürlich ist gerade wieder Ebbe und die weißen Strände bieten einen eher traurigen Anblick.

Spider-App auf dem Nyon. So was gefährdet die Tour.

Und dann passiert es: 15 km vor Cuxhaven sehe ich einen einladenden Gasthof, der sich förmlich für eine kleine Pause anbietet. Aus Gewohnheit entferne ich die Steuereinheit meines E-Bikes (damit es nicht verloren geht) und schwupps fällt mir das Ding auf den Boden. Ergebnis: Spider-App. Damit könnte man leben, aber jetzt ist das Ding natürlich nicht mehr wasserdicht. Es ist unwahrscheinlich, dass ich die nächsten beiden Monate weiter ohne Regen fahre. Also – da muss was passieren, zumal so ein E-Bike ohne die Steuerung einfach nicht läuft. Also geradewegs nach Cuxhaven und einen Handy Doc gesucht. Aber es ist Samstagmittag und Cuxhaven ist keine Großstadt. Einen offenen Laden, wie ich ihn bräuchte, finde ich nicht. Aber Glück muss man haben, bei einem türkischen Obst- und Gemüsehändler, der auch Handy-Verträge verkauft, finde ich eine Displayschutzfolie. Die beiden netten Männer aus dem Laden haben auch gleich eine Schere und damit wird die Folie auf Maß angefertigt. Zwei Euro kostet der Spaß und hilft erst mal. Damit sollte das Wasser zumindest ein wenig abgehalten werden. Ein Hilferuf bei Facebook bringt eigentlich überwiegend unbrauchbare Kommentare. Ich muss mich mit Bosch in Verbindung setzen. Mal sehen, wie schnell ich ein Ersatzgerät beschaffen kann.

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