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9. Etappe: Lingen – Leer

9. Etappe: Lingen – Leer

Ich kann die See schon riechen

Die Einhundert-Kilometer Etappe hatte ich mir schwieriger vorgestellt. Aber da kam mir doch die alte „Bauer“nweisheit in den Sinn“ Das Glück ist mit den Tüchtigen“. Dementsprechend hatte ich auf der ohnehin schon einfachen Strecke (169 Höhenmeter) auch noch den Wind zu Hilfe. Dieses Mal stand er gnädig im Rücken und hat die Etappe zum Kinderspiel gemacht. Vielleicht hängt es auch mit meinem etwas besseren Trainingszustand zusammen. Sei’s drum – ich bin in Leer, und hier ist es auch verdammt schön.

Um 8.30 Uhr bin ich schon in Lingen los und direkt wieder an den Dortmund-Ems-Kanal. Bei strahlendem Sonnenschein konnte ich auf meist gutem Untergrund die Kilometer nur so fressen. In Meppen durfte ich dann das Haus meiner früheren Arbeitgeber Clemens und August bewundern – also nicht das Privathaus (die beiden leben ja schon lange nicht mehr), sondern den Laden, der ein wenig an die Allianz Arena in Minga erinnert. Ansonsten weites Land auf der Strecke, hin und wieder mal ein Weiler zwischen den Kartoffeläckern. Das wars! Also genau das Richtige um mal inne zu halten und entspannt über das Leben nachzudenken. Keine Ablenkung, genau wie in einer Klosterklause – nur besser. Dann – fast hätte ich es übersehen: die ersten Dünen – allerdings Binnendünen, was es alles gibt.

Handfähre

Also insgesamt ein beschaulicher Weg. Sieht man die von zwei Männern gezogene Fähre, glaubt man die Zeit wäre irgendwann vor zwei- oder dreihundert Jahren stehen geblieben. Und dann kommt sie, die harte Gegenwart in Form der Meyer-Werft in Papenburg und dem nicht fertiggestellten Kreuzfahrtschiff. Das war vor der Pandemie – jetzt wäre die Sache spätestens vorbei gewesen.

Kunst

Dann der erste Damm, das Meer kann nicht mehr weit sein. Auf der Dammkrone grasen die Schafe – alles sehr idyllisch. An der Strecke befindet sich noch der Hof eines Künstlers, der aufgeschnittene Badewannen als Hollywood-Schaukeln umfunktioniert. Da stellt sich keinesfalls die Frage: Ist das Kunst oder kann das weg?

Kurz vor Leer dann eine Brücke, die einfach so Platz machen kann. Also für die Schiffe noch oben weg klappt – beeindruckend. Wer glaubt, dass es nicht mehr besser geht, der irrt. Die Altstadt von Leer ist ein Traum. Hier kann man sich direkt wohl fühlen. Hoffentlich schaff ich es morgen weiter zu fahren 🙂

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